Wasser
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Springflut

Bei der Springflut handelt es sich nicht um unvermittelte Wasserbewegungen, wie man auf Grund der Bezeichnung vermuten könnte. Es handelt sich bei einer Springflut um ein durch astronomische Konstellationen und physikalische Prozesse ausgelöstes Phänomen.

Die Gezeiten auf der Erde entstehen durch die Anziehungskraft, die der Mond auf die Erde ausübt. Diese Anziehungskraft verursacht Ebbetäler und Flutwellen in den Ozeanen, die umso starker ausfallen, je geringer die Entfernung zum Mond ist.

Durch den wechselnden Stand des Mondes umfasst eine Ebbe und Flut den Zeitraum von wenig mehr als 12 Stunden. Aber nicht nur der Mond beeinflusst mit seiner Anziehungskraft die Gezeiten der Erde. Auch die Sonne bewirkt einen solchen Effekt, allerdings fällt die Wirkung um ca. die Hälfte geringer aus als die des Mondes.

Zweimal im Monat, bei Vollmond und Neumond tritt eine Springflut auf, die jedoch in der deutschen Bucht mit einer Verzögerung von ein bis drei Tagen eintrifft. Eine Springflut äußert sich in einem höheren Wasserstand bei Flut und niedrigerem bei Ebbe. Das bedeutet, dass sich das Wasser bei Ebbe stärker zurückzieht, denn das Wasser fließt in die Flutberge hinein, die dann bei Flut in Form höherer Flutberge zurückkehren.

Bei Neumond und Vollmond stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie, wobei die Sonne bei Neumond von der Erde aus gesehen hinter dem Mond steht. In diesem Fall summieren sich die Anziehungskräfte von Sonne und Mond.

 

Bei Vollmond steht die Erde zwischen der Sonne und dem Mond. Auf der dem Mond zugewandt Seite zieht der Mond durch seine Anziehungskraft das Wasser stärker zu sich hin, während auf der gegenüberliegenden, der Sonne zugewandten Seite, das Wasser zur Sonne hingezogen wird. Auf beiden Seiten der Erde umlaufen 2 Flutberge die Erde, wobei die Flutberge auf der der Sonne zugewandten Seite nur halb so hoch wie auf der dem Mond zugewandten Seite sind. Die Flutberge gleichen sich bei Vollmond aus, während sie sich bei Neumond ergänzen.

In den Zeiten zwischen Neumond und Vollmond stehen Sonne, Erde und Mond in einem rechten Winkel zueinander und die kleineren Flutberge der Sonne liegen zwischen denen des Mondes. Die Ebbe-Täler des Mondes werden mit den Wassermassen der Flut-Berge der Sonne ausgeglichen. Aus diesem Grund ist der Höhenunterschiede zwischen Ebbe und Flut in dieser Zeit geringer als bei Neu- bzw. Vollmond. Dieser Zustand wird auch als Nippflut (Gegenteil von Springflut) bezeichnet.

Bei starkem auflandigem Wind zu Zeiten der Springflut wird das Wasser zusätzlich zur Küste gedrückt. Es kann zu einer gewaltigen Sturmflut kommen, die mehrere Meter über den normalen Wasserstand steigen und verheerende Auswirkungen auf das Hinterland haben kann.

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